Kolben verzichtet künftig vollständig auf Präparierung, Beschneiung und Rodelbahn

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Der Kolben in Oberammergau wird ab dem Winter 2026/27 kein reguläres Pisten- und Rodelangebot mehr bereithalten. Die AktivArena beendet die maschinelle Pflege der Abfahrten, die künstliche Schneeerzeugung und den Betrieb einer organisierten Rodelstrecke. Für Besucher entfällt damit die bisherige Planbarkeit eines Wintersporttags. Ausschlaggebend sind unsichere Schneeverhältnisse in niedriger Lage, begrenzte Frostzeiten, steigende technische Anforderungen und Verluste, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb nicht mehr rechtfertigen können und langfristig dauerhaft unmöglich machen würden.

Kolben: Beschneiung, Pistenpräparierung und Rodelbetrieb entfallen ab 2026/27 vollständig

Mit dem Winter 2026/27 endet am Kolben ein 15 Jahre bestehendes Angebot für präparierten Ski- und Rodelbetrieb. Die AktivArena verzichtet künftig auf den Einsatz von Schneeerzeugern und Pistenfahrzeugen für die bisherigen Abfahrten am Kolbensattel. Auch die betreute Rodelstrecke wird eingestellt. Die Ankündigung erfolgte bereits im Juli 2026. Nach Angaben der Betreiber soll der Standort dennoch winterliche Freizeitmöglichkeiten behalten, deren konkrete Ausgestaltung bislang offen ist. Ein Zeitpunkt dafür wurde dabei nicht genannt.

Regen und kurze Frostphasen gefährden die technische Beschneiung zunehmend

Zwischen Tal und Kolbensattel überwindet das Skigebiet Höhen von ungefähr 850 bis 1270 Metern. Diese vergleichsweise niedrige Lage begrenzt die Schneesicherheit zunehmend. Betreiber beobachten, dass winterliche Niederschläge häufiger als Regen auftreten und vorhandenen Schnee rasch beeinträchtigen. Parallel nehmen die Kälteperioden ab, die für die Produktion von technischem Schnee erforderlich sind. Unter diesen Voraussetzungen wird es schwieriger, Pisten zuverlässig vorzubereiten und die laufenden Kosten durch ausreichende Einnahmen verlässlich langfristig zu decken.

Steigende Investitionen erschweren zunehmend sichere Beschneiung in kurzen Kältefenstern

Aus Sicht der Skifahrer beendet die Entscheidung die Erwartung eines jederzeit vorbereiteten und technisch abgesicherten Pistenangebots. Der Betrieb kann unter den bisherigen Rahmenbedingungen keine ausreichende Schneesicherheit gewährleisten. Weil frostige Phasen seltener und kürzer auftreten, lässt sich Kunstschnee nur begrenzt erzeugen. Eine Modernisierung mit leistungsfähigeren Beschneiungssystemen könnte diese Einschränkung teilweise ausgleichen. Sie würde aber erhebliche zusätzliche Investitionen erfordern, deren wirtschaftlicher Nutzen wegen der unsicheren natürlichen Schneedecke nicht zuverlässig absehbar ist künftig.

Hohe Verluste entziehen Präparierung und Beschneiung dauerhaft wirtschaftliche Grundlage

Die anhaltend schwache Ertragslage war ein wesentlicher Grund für den Rückzug aus dem organisierten Winterbetrieb. Seit 2019/20 blieb jeder Winter nach Betreiberangaben defizitär. In einem Zeitraum von drei Jahren überstiegen die Verluste eine Million Euro. Dadurch standen weder ausreichende Mittel noch eine belastbare Perspektive für den Weiterbetrieb für die kommenden Saisons bereit. Kostenintensive Maßnahmen wie Schneekanonenbetrieb, Pistenpflege und technische Wartung konnten unter diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter finanziert werden.

Am Kolben scheitert auch das beschneite Rodelangebot wirtschaftlich deutlich

Die geringe Schneelage des Winters 2023/24 führte zur Aufgabe der herkömmlichen Talabfahrt für Skifahrer. Die Betreiber ersetzten sie durch eine Rodelbahn, deren Schneedecke mittels technischer Beschneiung gesichert werden sollte. Das Angebot sollte den Winterbetrieb trotz ungünstiger Witterung wirtschaftlich stützen. Tatsächlich entstanden in den beiden anschließenden Saisons jeweils Verluste von ungefähr 360.000 Euro. Die Rodelbahn erreichte damit weder die notwendige Auslastung noch eine tragfähige Kostenstruktur für einen dauerhaften Betrieb am Kolben dort.

Die Entscheidung gegen einen organisierten Pistensport beendet für Skifahrer die Erwartung, am Kolben unabhängig von der natürlichen Schneelage präparierte Abfahrten vorzufinden. Aus betrieblicher Sicht reduziert die AktivArena das Risiko weiterer Verluste durch Beschneiung, Pistenpflege und Personalaufwand. Angesichts milder Winter erscheint dieser Schritt nachvollziehbar. Das Gebiet soll jedoch nicht vollständig auf winterliche Nutzung verzichten. Welche Freizeitangebote künftig möglich sind, hängt von Wetter, Konzepten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jeweils vor Ort ab.

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