Bonität verbessern: 9-Bullet-Checkliste und 7 Vorteile guter Bonität

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Bonität ist die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und eventuelle Schulden zurückzuzahlen. Bewertet wird die Kreditwürdigkeit mit dem Bonitätsscore, der unter anderem von der SCHUFA errechnet wird.

Kreditwürdigkeit verbessern: Checkliste mit 9 wichtigen Tipps

Wie lässt sich die Kreditwürdigkeit verbessern? Der Bonitätsscore lässt sich tatsächlich aktiv beeinflussen, wenngleich es einige Zeit dauern kann, wenn er sehr niedrig ist.

Eine sehr gute Bonität wird zum Beispiel bei der SCHUFA mit 97,5 Prozent angegeben, doch für die meisten Alltagsdinge darf der Bonitätsscore auch ein paar Prozentpunkte darunter liegen. Nur nicht viele, denn Banken, Versicherungen und Kaufhäuser schauen sehr genau hin und wählen ihre Kunden entsprechend dem Ergebnis einer Bonitätsprüfung aus.

Checkliste zum Verbessern der Kreditwürdigkeit

Erst einmal gilt es, die Kreditwürdigkeit prüfen zu lassen. Das Ergebnis dieser Bonitätsprüfung ist ausschlaggebend dafür, ob Maßnahmen zur Verbesserung der Bonität vorgenommen werden müssen oder nicht. Nach einiger Zeit kann das erneute Prüfen sinnvoll sein.

Die regelmäßige Auskunft bei der SCHUFA ist übrigens kostenlos, wenn sie maximal einmal im Jahr vorgenommen wird. Wer öfter nachschauen möchte, wie es um die Kreditwürdigkeit der eigenen Person bestellt ist, muss ein Abo abschließen, das zudem einen deutlich größeren Leistungsumfang bietet.

Wer seinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig und vor allem pünktlich nachkommt, ist ein gern gesehener Kunde.  ( Foto: Shutterstock- AJR_photo )

Wer seinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig und vor allem pünktlich nachkommt, ist ein gern gesehener Kunde. ( Foto: Shutterstock- AJR_photo )

Ist die Bonität verbesserungswürdig, helfen die folgenden neun Punkte der Checkliste:

  1. Zuverlässige Zahlungsmoral

    Wer seinen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig und vor allem pünktlich nachkommt, ist ein gern gesehener Kunde. Die Kreditwürdigkeit wird maßgeblich vom Zahlungsverhalten beeinflusst. Daher bitte keine Mahnungen oder Inkassoverfahren riskieren und lieber gleich nach dem Prüfen der Rechnung selbige bezahlen.

  2. Nur auf nötige Konten setzen

    Ein oder zwei Konten sind gut, mehr werden durch die Auskunftei skeptisch gesehen und führten zur Abwertung des Bonitätsscores. Das gilt auch für Kreditkarten, dort sollten ebenfalls maximal zwei vorhanden sein. Ein mit Kreditkarten angefülltes Portemonnaie mag zwar hübsch aussehen, bringt aber spätestens bei der Bonitätsprüfung Nachteile.

  3. Mit Anschaffungen warten

    Es muss nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden! Meist ist es sinnvoll, erst einige Zeit zu warten und den nötigen Kaufbetrag für eine Anschaffung selbst zusammenzusparen, anstatt auf einen Kredit zu setzen. Auch die angeblich zinslose Finanzierung bringt dem Verkäufer einen Gewinn und lässt den Käufer mehr bezahlen. Finanzierungen nur im Notfall abschließen!

    Es muss nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden!  ( Foto: Shutterstock-_Milles Studio )

    Es muss nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden! ( Foto: Shutterstock-_Milles Studio )

  4. Kredite umschulden

    Viele Kredite werden für längere Zeit abgeschlossen, in der sich die Konditionen bei anderen Banken ändern. Ein Umschulden kann oft eine hohe Zinsersparnis bringen! Außerdem sollten mehrere Kredite zusammengeführt werden, hier gilt das, was auch für die Anzahl der Konten gilt: Ein oder zwei Kredite sind gut, mehrere eher schlecht.

  5. Schulden abbauen

    Natürlich führen Schulden zu einem schlechteren Bonitätsscore, oder nicht? Nicht ganz, denn: Viele Auskunfteien bewerten einen Kredit sogar besser, als wenn kein Darlehen vorhanden ist, aber nur, wenn die Tilgung regelmäßig erfolgt. Dann wird dem Betreffenden eine gute Zahlungsmoral bescheinigt. Werden die Schulden aber zu viel, müssen sie umgehend abgebaut werden.

  6. Höhere Einnahmen erzielen

    Um die Kreditwürdigkeit zu verbessern, sind auch die Ausgaben zu prüfen. Meist sind diese zu hoch, das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen passt nicht. Wer keine höhere Einnahmen erzielen kann, muss unbedingt die Ausgaben senken.

     Wer keine höhere Einnahmen erzielen kann, muss unbedingt die Ausgaben senken.  ( Foto: Shutterstock-ragana Gordic)

    Wer keine höhere Einnahmen erzielen kann, muss unbedingt die Ausgaben senken. ( Foto: Shutterstock-ragana Gordic)

  7. In ein gutes Viertel ziehen

    Einige Auskunfteien beziehen das Wohnviertel in die Bewertung mit ein. Nach eigener Aussage macht das die SCHUFA zwar nicht, doch es kann ratsam sein, bei einem ohnehin geplanten Umzug auf diesen Punkt zu achten.

  8. Nicht zu häufig umziehen

    Die Anzahl der Umzüge und der damit verbundene Wechsel des Wohnortes werden ebenfalls bei der Festlegung des Bonitätsscores berücksichtigt. Wer häufig umzieht, muss sich mit einem schlechteren Wert begnügen. Dieser Punkt dürfte aber, sofern er beruflich veranlasst ist, schwer zu beeinflussen sein.

  9. Banken nicht zu häufig wechseln

    Viele Bankkunden prüfen ständig die aktuellen Konditionen und stellen fest, dass sie woanders besser wegkommen würden. Dennoch: Lieber nicht zu oft die kontoführende Bank wechseln, denn das beeinflusst den Bonitätsscore negativ. Außerdem: Lieber nicht den Dispo verwenden, denn auch dieser wird negativ bewertet. Er ist teuer, wie die nachfolgende Tabelle zeigt:

Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
Südwestbank
(Exklusiv Konto)
6,62 % 11,12 %
Targobank
(Komfort Konto)
12,43 % 15,43 %
Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

Vorteile einer guten Bonität

Dass eine gute Bonität wichtig ist, wissen die meisten Menschen. Doch was genau hängt daran? Sind es wirklich nur die Kredite, die von einer hohen Kreditwürdigkeit abhängig sind? Ganz und gar nicht, denn in vielen Lebensbereichen spielt der Bonitätsscore eine Rolle, wobei häufig nicht klar ist, dass im Einzelfall die entsprechenden Daten abgefragt wurden.

Das bringt eine hohe Kreditwürdigkeit

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Vorteile, die mit einer guten Bonität einhergehen:

  1. Kredite mit günstigen Zinsen

    Die Konditionen von Krediten hängen davon ab, wie gut die Bonität des Kreditantragstellers ist. Eine hohe Bonität bedeutet niedrige Zinsen und das auch für Kredite mit längeren Laufzeiten.

  2. Gute Konditionen für Einkäufe

    Auch bei anderen Finanzierungsvorhaben wirkt sich eine gute Bonität positiv aus, denn auch Kauf- oder Autohäuser gewähren bessere Konditionen, wenn die Kreditwürdigkeit als hoch eingestuft ist.

    Kauf- oder Autohäuser gewähren bessere Konditionen, wenn die Kreditwürdigkeit als hoch eingestuft ist.  ( Foto: Shutterstock-My Ocean Production )

    Kauf- oder Autohäuser gewähren bessere Konditionen, wenn die Kreditwürdigkeit als hoch eingestuft ist. ( Foto: Shutterstock-My Ocean Production )

  3. Traumwohnung bekommen

    In der Regel findet eine Bonitätsprüfung durch den Vermieter statt. Dieser möchte natürlich wissen, ob der potenzielle Mieter eine gute Wahl sein wird und ob er regelmäßig die Miete zahlen kann. Der Vermieter bekommt keinen Einblick in alle finanziellen Details, die Auskünfte reichen aber zum Einschätzen der Zahlungswürdigkeit.

  4. Abschluss von Handyverträgen

    Das neue Smartphone mag verlockend sein – wird aber nur zu schlechten Konditionen verkauft oder es kann gar kein Handyvertrag angeboten werden. Denn auch der Abschluss dieser meist auf zwei Jahre angelegten Verträge ist von einer guten Bonität abhängig.

  5. Auf Rechnung bezahlen

    Wer Onlinekäufe tätigen möchte, will diese vielleicht nicht per Vorkasse oder Paypal, sondern auf Rechnung bezahlen. Das geht jedoch nur bei guter Bonität, ansonsten sichern sich die Verkäufer ab und verlangen den Kaufbetrag vorab oder per Lastschrift.

    Wer Onlinekäufe tätigen möchte, will diese vielleicht nicht per Vorkasse oder Paypal, sondern auf Rechnung bezahlen. Das geht jedoch nur bei guter Bonität  ( Foto: Shutterstock-_ Sam Wordley)

    Wer Onlinekäufe tätigen möchte, will diese vielleicht nicht per Vorkasse oder Paypal, sondern auf Rechnung bezahlen. Das geht jedoch nur bei guter Bonität ( Foto: Shutterstock-_ Sam Wordley)

  6. Bessere Versicherungsbedingungen

    Versicherungen bauen ihre Konditionen ebenfalls auf der Bonität der Antragsteller auf. Eine gute Bonität sichert demnach einen guten Versicherungsvertrag bzw. akzeptable Konditionen.

  7. Deals mit Lieferanten eingehen

    Dieser Vorteil ist vor allem für Unternehmer wichtig: Besitzt der Solo-Selbstständige oder das Unternehmen eine gute Bonität, werden Deals mit Lieferanten leichter möglich und es werden bessere Konditionen geboten.

Besitzt der Solo-Selbstständige oder das Unternehmen eine gute Bonität, werden Deals mit Lieferanten leichter möglich und es werden bessere Konditionen geboten.  ( Foto: Shutterstock-Maksym Poriechkin)

Besitzt der Solo-Selbstständige oder das Unternehmen eine gute Bonität, werden Deals mit Lieferanten leichter möglich und es werden bessere Konditionen geboten. ( Foto: Shutterstock-Maksym Poriechkin)

Häufig gestellte Fragen: FAQs zur Kreditwürdigkeit

Wie kann ich meinen SCHUFA-Score selbst verbessern?

So lässt sich der SCHUFA-Score verbessern: Durch die Reduzierung der Anzahl von Girokonten und Kreditkarten, durch das pünktliche Zahlen von Rechnungen sowie durch nur wenige Kredite, die aber regelmäßig getilgt werden.

Warum sollte ich meinen SCHUFA-Score regelmäßig prüfen?

Es ist sinnvoll, den SCHUFA-Score regelmäßig zu prüfen, um falsche oder fehlerhafte Eintragungen entfernen zu lassen. Teilweise sind hier noch veraltete Daten vorhanden, die den Bonitätsscore zu Unrecht verschlechtern. Zudem ist damit bekannt, auf welcher Basis Banken oder Verkäufer bezüglich ihrer Konditionen entscheiden.

Wieso habe ich eine schlechte Bonität?

Vielleicht wurden Rechnungen nicht pünktlich bezahlt oder es sind Mahnverfahren anhängig. Auch eingeleitete Inkassoverfahren lassen die Bonität schlechter werden. Dazu kommen Kredite, die nicht regelmäßig getilgt wurden oder eine hohe Anzahl von Kreditkarten und Girokonten als negative Merkmale. Selbst der Wohnort kann eine Rolle spielen, wobei nicht jede Auskunftei dieses Kriterium heranzieht.

Wann bekommt man eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität wird vor allem das Resultat unpünktlicher Zahlungen sein. Werden häufig Mahnungen versendet oder muss gar kein Inkassoverfahren eingeleitet werden, wirkt sich das negativ auf die Kreditwürdigkeit aus. Auch das ständige Überziehen des Girokontos bzw. die Inanspruchnahme des Dispo-Kredits ist für einen niedrigen Bonitätsscore verantwortlich.

Wie kann man die Bonität verbessern?

Die Bonität lässt sich verbessern, indem das eigene Zahlungsverhalten verbessert wird. Pünktlich alle Rechnungen zahlen, Kredite begleichen, keine Mahnungen riskieren und nur ein bis zwei Konten und Kreditkarten führen, sind die wichtigsten Punkte dabei.

Über den Autor

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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