Meine Bonität: 5 Vorteile guter Bonität und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

Wie kann ich meine Bonität verbessern? Diese Frage stellen sich alle die, die feststellen mussten, dass bei der Bonitätsprüfung etwas für sie Negatives herauskam. Doch SCHUFA und Co. lassen sich wirklich beeinflussen.

Diese 5 Vorteile hat meine Bonität – wenn sie gut ist

Mit dem Begriff „Bonität“ meinen die Banken und Kreditgeber, dass ein Kreditantragsteller scheinbar in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Nach Bewertung von Einnahmen, Ausgaben und regelmäßigem Zahlungsverhalten kommen sie zu dem Schluss, dass es eine gute Idee ist, mit dieser Person ein Vertragsverhältnis einzugehen. Und wenn nicht? Wenn sich bei der Bonitätsprüfung zeigt, dass die Kreditwürdigkeit schlecht ist?

Dann sind die folgenden Vorteile dahin:

  1. Bessere Kreditbedingungen

    Jede Bank in Deutschland prüft vor der Kreditvergabe den Bonitätsscore. Dieser wird seitens der SCHUFA und anderer Auskunfteien geführt und zeigt an, wie es um die Kreditwürdigkeit einer Person bestellt ist. Ist diese hoch, wird der Kredit vergeben und dabei mit deutlich besseren Konditionen ausgestaltet werden, als bei einer schlechter bewerteten Bonität.

    So kann zum Beispiel die Laufzeit des Kredits kürzer sein, die Zinsen dafür deutlich höher. Lediglich bei einem Kleinkredit oder Mikrokredit verzichten viele Banken auf die Bonitätsprüfung bei der SCHUFA und nutzen daher das regelmäßige Einkommen als Maßstab für die Kreditwürdigkeit.

  2. Leichtere Vertragsabschlüsse

    Verträge mit dem Mobilfunkanbieter oder beim Kauf auf Raten im Onlineshop werden leichter geschlossen, wenn der Bonitätsscore hoch ist. Auch hierfür werden nämlich Auskunfteien befragt, von denen der Bonitätsscore mit Punkten oder Prozenten angegeben wird und besagt, ob die betreffende Person kreditwürdig ist. Kann sie aller Wahrscheinlichkeit die Vertragsbedingungen finanziell erfüllen, werden die Verträge geschlossen und das meist sogar zu besonders günstigen Konditionen. Das gilt übrigens auch für Versicherungsverträge.

    Verträge mit dem Mobilfunkanbieter oder beim Kauf auf Raten im Onlineshop werden leichter geschlossen, wenn der Bonitätsscore hoch ist.  ( Foto: Shutterstock- Adam Gregor )

    Verträge mit dem Mobilfunkanbieter oder beim Kauf auf Raten im Onlineshop werden leichter geschlossen, wenn der Bonitätsscore hoch ist. ( Foto: Shutterstock- Adam Gregor )

  3. Zahlung per Rechnung möglich

    Wer online einkauft, ist oft unsicher, ob die Ware wirklich ankommt und dann auch unbeschadet ist. Vorab bezahlen möchten daher nur wenige Menschen, wenn sie den Shop oder den Verkäufer nicht schon länger kennen, einfach aus Angst, dass mit der Lieferung etwas schiefgeht oder es Probleme bei Reklamationen geben könnte.

    Die Zahlung per Rechnung ist daher eine beliebte Möglichkeit, sich selbst als Käufer ausreichend abzusichern, denn gezahlt wird erst, wenn die Waren geliefert wurden und der Kunde sie prüfen konnte. Doch bei schlechter Bonität wird es keine Zahlung per Rechnung geben. Das ist auch der Grund, warum in vielen Shops Neukunden nicht per Rechnung zahlen können, sie müssen sich quasi erst beweisen und zeigen, dass sie als zuverlässige Kunden die Ware auch bezahlen.

  4. Leichter Mietverträge abschließen

    Der Vermieter möchte sich verständlicherweise vor einem Zahlungsausfall schützen. Das heißt, dass er die Bonität der Mietinteressenten prüfen lassen wird. Am leichtesten ist das über die SCHUFA oder eine andere Auskunftei, wo zumindest eine grobe Übersicht über das Zahlungsverhalten des potenziellen Mieters einzuholen ist. Der Bonitätsscore ist damit auch hier wieder ausschlaggebend für den Erfolg bei der Suche nach der Traumwohnung.

    Der Vermieter möchte sich verständlicherweise vor einem Zahlungsausfall schützen. Das heißt, dass er die Bonität der Mietinteressenten prüfen lassen wird.  ( Foto: Shutterstock-_Antonio Guillem )

    Der Vermieter möchte sich verständlicherweise vor einem Zahlungsausfall schützen. Das heißt, dass er die Bonität der Mietinteressenten prüfen lassen wird. ( Foto: Shutterstock-_Antonio Guillem )

  5. Zahlungspausen ermöglichen

    Viele Shops bieten bei hochpreisigen Artikeln das Vereinbaren einer Zahlungspause an. Diese kann sehr hilfreich sein, denn damit lassen sich kurzfristige Mehrausgaben besser verteilen. Ein solches Angebot gilt jedoch meist vorbehaltlich einer Bonitätsprüfung, das heißt, dass auch hier wieder der Bonitätsscore ausschlaggebend für das entgegenkommende Angebot des Verkäufers ist.

Checkliste: Meine Bonität verbessern (9 gute Tipps)

Wie kann ich nun meine Bonität verbessern? Kein Geld mehr ausgeben und alles nur noch in bar bezahlen? Nein, die Sache ist viel einfacher und hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern vielmehr mit einem guten Zahlungsverhalten.

Die folgende Checkliste zeigt neun Tipps, mit denen sich die Bonität verbessern lässt:

  1. Pünktlich zahlen

    Wer eine Rechnung erhält, sollte diese unbedingt pünktlich bezahlen Am besten, die Rechnung erhalten, auf Richtigkeit prüfen und begleichen. Das ist zum einen fair dem Verkäufer gegenüber, zum anderen vermeidet es negative Auswirkungen auf die Bonität. Denn wer seine Rechnungen direkt begleicht, wird als deutlich kreditwürdiger eingestuft und bekommt bei weiteren Einkäufen oder Vertragsschlüssen bessere Konditionen geboten.

    Wer eine Rechnung erhält, sollte diese unbedingt pünktlich bezahlen Am besten, die Rechnung erhalten, auf Richtigkeit prüfen und begleichen.  ( Foto: Shutterstock-fizkes)

    Wer eine Rechnung erhält, sollte diese unbedingt pünktlich bezahlen Am besten, die Rechnung erhalten, auf Richtigkeit prüfen und begleichen. ( Foto: Shutterstock-fizkes)

  2. Raten regelmäßig zahlen

    Es geht nicht darum, dass Kredite gar nicht vorhanden sein müssen, um eine gute Bonität zu erlangen. Vielmehr sehen es die Banken oder Verkäufer sogar positiv, wenn Kredite geführt werden – sofern diese regelmäßig getilgt werden. Die regelmäßige Tilgung steht für ein gutes Zahlungsverhalten und damit für eine hohe Kreditwürdigkeit.

  3. Kredite abschließen

    Wer seine Bonität verbessern möchte, sollte Kredite abschließen! Das klingt zuerst ein wenig konträr, doch wer bisher noch gar keinen Kredit hatte, kann seine Bonität verbessern, indem ein Kredit abgeschlossen wird. Die regelmäßige und pünktliche Tilgung wird dabei vorausgesetzt.

  4. Dispo nicht nutzen

    Die Banken richten ihren Kunden stets gern einen Dispo ein, nehmen sie doch hier teils sehr hohe Zinsen ein und verdienen nicht schlecht an dem kurzfristigen Darlehen. Dies zeigt auch die folgende Tabelle:

    Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

    Für die Bonität ist es aber am besten, einen Dispo zwar zu haben und das auch in möglichst großer Höhe, diesen aber nicht zu nutzen.

  5. Bonität selbst prüfen

    „Hilfe, meine Bonität ist schlecht!“ Wer vor dieser Erkenntnis steht, sollte erst einmal selbst eine Bonitätsprüfung beantragen. Möglich wird das bei allen Auskunfteien, zum Beispiel bei der SCHUFA ist das Prüfen sogar kostenlos. Durch die Prüfung können auch veraltete und falsche Einträge gefunden und gelöscht werden.

  6. Konditionsanfragen stellen

    Wer einen Kredit benötigt, sollte lieber eine Konditions- und keine Kreditanfrage stellen. Führen Letztere nicht zum Abschluss des Kredits, wirken sie, als würde der Antragsteller keinen Kredit bekommen. Sehr negativ für die Kreditwürdigkeit!

  7. Weniger Konten führen

    Es werden am besten nur so viele Konten geführt, wie auch benötigt werden. Viele Konten können theoretisch auch zu hohen Überziehungen führen.

  8. Nicht zu viele Kreditkarten führen

    Das eben Dargestellte gilt auch für Kreditkarten. Bitte nur eine oder zwei Kreditkarten führen, wenn die Bonität gut sein soll! Wer sich fragen muss: Warum ist meine Bonität schlecht?, hat vielleicht einfach nur zu viele Kreditkarten in der Tasche, die theoretisch alle überzogen werden könnten!

    Das eben Dargestellte gilt auch für Kreditkarten. Bitte nur eine oder zwei Kreditkarten führen, wenn die Bonität gut sein soll!   ( Foto: Shutterstock-_George Rudy)

    Das eben Dargestellte gilt auch für Kreditkarten. Bitte nur eine oder zwei Kreditkarten führen, wenn die Bonität gut sein soll! ( Foto: Shutterstock-_George Rudy)

  9. Kredite umschulden

    Mehrere Kredite sind oft teurer, als wenn diese in ein Darlehen überführt werden. Außerdem kann sich nach einer Weile zeigen, dass ein anderer Kredit deutlich zinsgünstiger wäre als der bisher getilgte. Eine Umschuldung ist trotz „Strafgebühren“ für eine vorzeitige Ablösung des bestehenden Kredits meist eine gute Idee und verbessert die Bonität.

Häufige Fragen: Meine Bonität in FAQs erklärt

Wo kann ich meine Bonität sehen?

Auf den Seiten der SCHUFA ist es möglich, die Einsicht in die eigenen Daten zu beantragen. Dies ist kostenfrei und kann einmal jährlich vorgenommen werden. Auch andere Auskunfteien agieren ähnlich und lassen einen Blick auf die Daten zu. Allerdings ist die eigene Bonitätsprüfung nicht überall kostenfrei möglich.

Was ist eine sehr gute Bonität?

Eine sehr gute Bonität steht für ein gutes Zahlungsverhalten, für die regelmäßige Begleichung von Rechnungen und für fehlende Mahnungen oder Inkassoverfahren. Eine sehr gute Bonität wird bescheinigt, wenn die Kreditwürdigkeit hoch ist und wenn zum Beispiel der Bonitätsscore bei der SCHUFA mindestens 97,5 Prozent beträgt.

Die Auskunfteien wie die SCHUFA müssen auch den Personen, über die die Daten geführt werden, Auskünfte erteilen. ( Foto: Shutterstock-nitpicker )

Die Auskunfteien wie die SCHUFA müssen auch den Personen, über die die Daten geführt werden, Auskünfte erteilen. ( Foto: Shutterstock-nitpicker )

Wie kann ich wissen, ob ich kreditwürdig bin?

Andere Frage: Wo sehe ich meine Bonität? Die Auskunfteien wie die SCHUFA müssen auch den Personen, über die die Daten geführt werden, Auskünfte erteilen. Daher ist es ausreichend, einen entsprechenden Antrag zu stellen und sich die Daten zusenden zu lassen. Anhand des vergebenen Scores, der so hoch wie möglich sein sollte, wird ersichtlich, ob die Kreditwürdigkeit gegeben ist.

Wie bekomme ich wieder eine gute Bonität?

Um die Bonität zu verbessern, muss das eigene Zahlungsverhalten verbessert werden: Rechnungen pünktlich bezahlen, keine Mahnverfahren riskieren. Auch die Zahl der Konten und Kreditkarten sollte soweit wie möglich gesenkt werden. Kredite müssen regelmäßig getilgt, der Dispo sollte nicht in Anspruch genommen werden.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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