Gute Bonität: 7 Vorteile und eine Checkliste zum Verbessern der Bonität

Wer eine gute Bonität erreichen möchte, muss dafür vor allem das eigene Zahlungsverhalten genauer unter die Lupe nehmen. Dann lassen sich die Vorteile nutzen, die die hohe Kreditwürdigkeit mit sich bringt.

Diese Vorteile hat eine gute Bonität

Als Bonität wird die Zahlungsmoral eines Menschen bezeichnet. Banken und Verkäufer sowie Dienstleister und Lieferanten beurteilen die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens anhand verschiedener Daten, die seitens der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei erhoben werden. Daraus ergibt sich ein Bonitätsscore, nach dem beurteilt wird, ob die Bonität einer Person gut ist oder nicht.

Eine gute Bonität wiederum ergibt zahlreiche Vorteile:

  1. Eine gute Bonität hilft, Geld zu sparen

    Wer eine gute Bonität vorweisen kann, spart jede Menge Geld. Der Grund: Die Konditionen bei Krediten oder anderen Verträgen sind besser, es werden niedrigere Zinssätze erhoben, was am Ende gerade bei Immobilienkrediten oder generell bei hohen Kreditsummen ins Gewicht fällt. Je schlechter die Bonität eingeschätzt wird, desto schlechter sind die Konditionen und desto teurer wird ein Kredit.

  2. Verträge leichter abschließen

    Viele Verkäufer befragen zuerst die SCHUFA, ehe ein Vertrag mit einem Kunden geschlossen wird. Ist der Bonitätsscore dort niedrig, wird kein Vertrag geschlossen oder nur zu schlechten Konditionen. Eventuell ist eine Finanzierung ohne Anzahlung nicht möglich, ein neues Smartphone ist vielleicht gar nicht finanzierbar.

  3. Bessere Konditionen bei Lieferanten

    Auch Unternehmen benötigen eine gute Bonität, die sich zum Beispiel in Verträgen mit Lieferanten bemerkbar macht. Diese sind oft nicht besonders gut, wenn die Bonität schlecht ist. Die Bonitätsprüfung sollte daher unabhängig von einem anstehenden Vertrag durchgeführt werden, um bereits vorab zu wissen, wie die Konditionen ausfallen werden und ob es eventuell Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

    Auch Unternehmen benötigen eine gute Bonität, die sich zum Beispiel in Verträgen mit Lieferanten bemerkbar macht.  ( Foto: Shutterstock-Basicdog)

    Auch Unternehmen benötigen eine gute Bonität, die sich zum Beispiel in Verträgen mit Lieferanten bemerkbar macht. ( Foto: Shutterstock-Basicdog)

  4. Höherer Dispo

    Wer gut verdient und eine gute Bonität hat, beeinflusst seinen Bonitätsscore positiv und bekommt seitens der Bank bessere Konditionen oder einen höheren Dispo eingeräumt. Dieser sollte bestenfalls aber nicht in Anspruch genommen werden, denn dies wiederum würde die Bonität wieder verschlechtern.

    Es ist ohnehin empfehlenswert, den Dispo besser nicht zu nutzen, denn wie die folgende Tabelle zeigt, sind die Zinsen utopisch hoch im Vergleich zu einem normalen Konsumentenkredit bei der Bank:

  5. Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
    Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
    Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
    Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
    Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
    Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
    Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
    National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
    Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
    Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
    Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
    Südwestbank
    (Exklusiv Konto)
    6,62 % 11,12 %
    Targobank
    (Komfort Konto)
    12,43 % 15,43 %
    Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen
  6. Kauf auf Rechnung möglich

    Gerade in Onlineshops herrscht häufig eine große Unsicherheit: Wird die Ware ankommen und was, wenn nicht? Wenn sie bereits bezahlt ist und dann geht etwas schief? Liebend gern wird daher per Rechnung bezahlt, was aber eine gute Bonität voraussetzt. Geht der Verkäufer nach dem Prüfen der Kreditwürdigkeit davon aus, dass der Kunde eben keine gute Bonität hat, wird er den Versand der Ware nur gegen Vorkasse, Paypal, Kreditkarte, Lastschrift oder eine andere für ihn sehr sichere Zahlungsform vornehmen.

    Gerade in Onlineshops herrscht häufig eine große Unsicherheit: Wird die Ware ankommen und was, wenn nicht? Wenn sie bereits bezahlt ist und dann geht etwas schief? Liebend gern wird daher per Rechnung bezahlt, was aber eine gute Bonität voraussetzt.  ( Foto: Shutterstock- baranq)

    Gerade in Onlineshops herrscht häufig eine große Unsicherheit: Wird die Ware ankommen und was, wenn nicht? Wenn sie bereits bezahlt ist und dann geht etwas schief? Liebend gern wird daher per Rechnung bezahlt, was aber eine gute Bonität voraussetzt. ( Foto: Shutterstock- baranq)

  7. Die ersehnte Wohnung bekommen

    Auch Vermieter wollen auf Nummer sicher gehen und wollen nur Mieter haben, die ihren Verbindlichkeiten nachkommen. So prüfen Vermieter die Kreditwürdigkeit der Bewerber auf eine Wohnung vor Vertragsschluss und vergeben die Räumlichkeiten dann an jemanden, dessen Bonität als ausreichend eingeschätzt wird. Wer also seine Traumwohnung mieten möchte, sollte auf eine gute Bonität achten.

  8. Günstigere Versicherungsbedingungen

    Selbst Versicherungen machen vor einer Bonitätsprüfung nicht halt und möchten so viel wie möglich über den angehenden Versicherten wissen, ehe sie einen Vertrag mit diesem abschließen.

    So kann es sein, dass sich beim Prüfen der Kreditwürdigkeit herausstellt, dass der Antragsteller nicht gern pünktlich ist, was die Begleichung der finanziellen Verpflichtungen angeht oder dass bereits Mahnverfahren eingeleitet worden sind. Die Versicherungsbedingungen bzw. die Konditionen für einen Versicherungsvertrag werden entsprechend schlechter ausfallen.

    Selbst Versicherungen machen vor einer Bonitätsprüfung nicht halt und möchten so viel wie möglich über den angehenden Versicherten wissen, ehe sie einen Vertrag mit diesem abschließen.  ( Foto: Shutterstock- BalanceFormCreative )

    Selbst Versicherungen machen vor einer Bonitätsprüfung nicht halt und möchten so viel wie möglich über den angehenden Versicherten wissen, ehe sie einen Vertrag mit diesem abschließen. ( Foto: Shutterstock- BalanceFormCreative )

Checkliste: So lässt sich die Bonität verbessern

Wer nun seine Bonität verbessern möchte, kann dies auf verschiedenen Wegen erreichen. Wichtig ist, dass zuerst eine Selbstauskunft bei der SCHUFA angefordert wird, sodass ersichtlich ist, ob die Kreditwürdigkeit überhaupt so schlecht ist wie gedacht.

Zeigt sich, dass sie durchaus zu verbessern wäre, helfen die Tipps der folgenden Checkliste:

  • Regelmäßig die Bonität prüfen

    Nicht nur einmal sollte die Bonität überprüft werden, sondern regelmäßig und das am besten jährlich. Die SCHUFA bietet diese Möglichkeit kostenfrei. Wer eine Übersicht über die kompletten Daten bekommen möchte, muss ein Abo abschließen und kann die Bonitätsprüfung ohne Einschränkungen vornehmen. Nötig ist dies allerdings nicht, die eingeschränkte Auskunft ist ausreichend.

  • Wenige Konten und Kreditkarten führen

    Ein oder zwei Girokonten und ebenso viele Kreditkarten sind ausreichend. Mehr Karten und Konten führen zu einer Abwertung der Kreditwürdigkeit, weil ein bewusstes Überziehen der finanziellen Grenzen unterstellt wird. Wer also seine überzähligen Konten und Karten kündigt, wertet die Bonität auf.

    Ein oder zwei Girokonten und ebenso viele Kreditkarten sind ausreichend. Mehr Karten und Konten führen zu einer Abwertung der Kreditwürdigkeit, weil ein bewusstes Überziehen der finanziellen Grenzen unterstellt wird.  ( Foto: Shutterstock-gpointstudio)

    Ein oder zwei Girokonten und ebenso viele Kreditkarten sind ausreichend. Mehr Karten und Konten führen zu einer Abwertung der Kreditwürdigkeit, weil ein bewusstes Überziehen der finanziellen Grenzen unterstellt wird. ( Foto: Shutterstock-gpointstudio)

  • Zuverlässig alle Rechnungen bezahlen

    Bestenfalls flattert nie eine Mahnung ins Haus, weil alle Rechnungen innerhalb der gesetzten Frist bezahlt werden. Daher: Rechnungen erhalten, prüfen und bezahlen. Das sorgt ganz einfach für eine gute Bonität!

  • Wünsche aufschieben

    Manche Wünsche sind einfach zu teuer, um sie direkt umzusetzen. Wer sich alle Wünsche aber mit einem Kredit erfüllt, findet sich im schlimmsten Fall in der Schuldenfalle wieder. Es kann sinnvoller sein, zuerst zu sparen und dann ganz ohne einen Kredit die gewünschte Anschaffung zu tätigen. Auch die vermeintlich günstige Nullfinanzierung kann tückisch sein und geht in jedem Fall mit einer schlechteren Bonität einher.

    Manche Wünsche sind einfach zu teuer, um sie direkt umzusetzen. Wer sich alle Wünsche aber mit einem Kredit erfüllt, findet sich im schlimmsten Fall in der Schuldenfalle wieder.   ( Foto: Shutterstock- Khakimullin Aleksandr)

    Manche Wünsche sind einfach zu teuer, um sie direkt umzusetzen. Wer sich alle Wünsche aber mit einem Kredit erfüllt, findet sich im schlimmsten Fall in der Schuldenfalle wieder. ( Foto: Shutterstock- Khakimullin Aleksandr)

  • Kredite umschulden

    Viele Kredite werden mit einer langen Laufzeit geschlossen. Doch es ist möglich, auf Zinsänderungen zu reagieren und diese Darlehen günstiger werden zu lassen. Die Lösung besteht im Umschulden, denn dieses kann die Bonität ganz leicht verbessern. Dabei lassen sich nicht nur günstigere Konditionen erreichen, sondern auch Kredite zusammenfassen und damit ist leichter der Überblick zu behalten.

  • Konditionsanfragen stellen

    Wichtiger Tipp: Wenn ein Kredit benötigt wird, besser Konditionsanfragen und keine Kreditanfragen stellen. Zu viele Kreditanfragen werden seitens der Banken negativ bewertet, denn scheinbar bekommt der Anfragende wohl keinen Kredit genehmigt. Dass das nicht der Wahrheit entsprechen muss, interessiert die Bank in dem Fall nicht, sie schaut nur auf die schlechte Bonität und vergibt am Ende keinen Kredit.

Es muss übrigens niemand gänzlich kreditfrei sein, wenn es um die Bonität geht. Ein Kredit, der regelmäßig bedient wird und bei dem es noch nie Zahlungsrückstände gab, wird immer positiv bewertet. Das bedeutet, dass die Bonitätsprüfung hierbei sogar einen höheren Score ergeben kann als bei einer Person, die keine Kredit zu laufen hat. Immerhin hat der Kreditnehmer schon bewiesen, dass er verantwortungsbewusst handelt und seinen finanziellen Verpflichtungen zuverlässig nachkommt.

Es muss übrigens niemand gänzlich kreditfrei sein, wenn es um die Bonität geht. Ein Kredit, der regelmäßig bedient wird und bei dem es noch nie Zahlungsrückstände gab, wird immer positiv bewertet.  ( Foto: Shutterstock-fizkes)

Es muss übrigens niemand gänzlich kreditfrei sein, wenn es um die Bonität geht. Ein Kredit, der regelmäßig bedient wird und bei dem es noch nie Zahlungsrückstände gab, wird immer positiv bewertet. ( Foto: Shutterstock-fizkes)

FAQs: Häufige Fragen zur Bonität

Was ist Bonität?

So wird die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens bezeichnet. Die zentrale Frage dabei ist, ob der Betreffende in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Bonität wird von einer Auskunftei wie der SCHUFA bewertet und mit einem Bonitätsscore ausgedrückt.

Wie bekomme ich eine gute Bonität?

Um eine gute Bonität zu erhalten, sollten wenige Konten geführt und Rechnungen immer pünktlich bezahlt werden. Kredite können umgeschuldet und zusammengefasst werden, die Kreditraten sollten regelmäßig getilgt werden. Außerdem sollten nicht vorschnell Kredite abgeschlossen werden.

Was bringt mir eine gute Bonität?

Eine gute Bonität bringt unter anderem bessere Konditionen für Kredite, Versicherungen und Einkäufe. Es ist möglich, Käufe per Rechnung zu bezahlen, außerdem werden Kredite eher bewilligt und es ist sogar möglich, bessere Wohnungen zur Miete zu bekommen.

Wie sieht eine gute Bonität aus?

Eine gute Bonität wird in einem Bonitätsscore ausgedrückt, der zum Beispiel bei der SCHUFA mindestens bei 97 liegen sollte. Der Score kann im Rahmen einer Bonitätsprüfung erfragt werden.

Was ist eine ausreichende Bonität?

Eine ausreichende Bonität ist vorhanden, wenn jemand einen entsprechenden Bonitätsscore bei einer Auskunftei führt. Dann können Einkäufe per Rechnungen bezahlt werden und es werden leichter Verträge geschlossen. Die Bonität muss auch bei Kreditantragstellungen ausreichend sein, andernfalls wird es nur schlechte Konditionen oder gar keinen Kredit geben.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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