Schlechte Bonität: 5 Gründe & Ursachen und die Top-Checkliste zum Verbessern der Bonität

Eine schlechte Bonität hat verschiedene Ursachen, von denen sich aber fünf als häufigste herauskristallisieren. Um die Bonität verbessern zu können, sollten Verbraucher ihren Bonitätsscore regelmäßig prüfen und entsprechend reagieren.

Ursachen für eine schlechte Bonität

Eine schlechte Bonität hat immer Ursachen, die im Verhalten des Verbrauchers selbst liegen. Nur teilweise sind auch fehlerhafte Einträge seitens der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei ursächlich. Durch das Prüfen der Eintragungen ist es möglich, dank verschiedener Anpassungen den Bonitätsscore zu verbessern und damit die eigene Kreditwürdigkeit anzuheben.

Die folgenden Ursachen werden am häufigsten für eine schlechte Bonität verantwortlich gemacht.

1. Häufige Kreditanfragen

Wer über einen längeren Zeitraum plant, ein neues Auto zu kaufen, macht sich über verschiedene Kreditanbieter ein genaues Bild. Dann wird hier eine Kreditanfrage gestellt und dort eine weitere. Nach einiger Zeit erfolgen neue Anfragen, abgeschlossen wird ein Kredit aber bis dahin nicht. Für die SCHUFA und andere Auskunfteien heißt das nun, dass die betreffende Person offenbar nur schwer einen Kredit bekommen kann. Häufige Kreditanfragen verschlechtern damit den Bonitätsscore.

2. Hohe Ausgaben vs. niedrige Einnahmen

Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, riskiert die Verschuldung und seine Bonität. Nicht selten wird die Kreditwürdigkeit als schlecht eingestuft, wenn sich beim Prüfen seitens der Auskunftei herausstellt, dass das monatliche Einkommen der betreffenden Person viel niedriger ist als die Ausgaben. Das führt zwangsläufig zur Verschuldung, eine negative Bonität ist die logische Konsequenz.

Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, riskiert die Verschuldung und seine Bonität. ( Foto: Shutterstock-Fab1)

Wer dauerhaft über seine Verhältnisse lebt, riskiert die Verschuldung und seine Bonität. ( Foto: Shutterstock-Fab1)

3. Den Dispo nutzen

Viele Banken gewähren ihren Kunden einen Dispo, der teilweise an einer bestimmten monatlichen Gehaltshöhe orientiert ist. Ein hoher Dispo ist für SCHUFA und Co. positiv, denn offenbar ist das Einkommen der Person hoch. Doch wird der Dispo regelmäßig genutzt oder gar ausgereizt, hat das negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit. Bei einer Bonitätsprüfung wird unterstellt, dass der oder die Betreffende nicht mit Geld umgehen kann und von der Überschuldung bedroht ist. Es ist zudem erschreckend, wie hoch die Dispo-Zinsen teilweise sind.

Hier in der Tabelle sind diese einmal beispielhaft aufgelistet:

Dispo Zinsen, Überziehungszinsen (überregionale Banken)
Bank Zinssatz Dispositionskredit Zinssatz Geduldete Überziehung
Commerzbank (Klassik Konto) 8,75 % 11,25 %
Degussa Bank 9,63 % 14,23 %
Deutsche Bank 10,90 % 14,90 %
Hypovereinsbank 10,63 % 10,63 %
Merkur Bank 5,37 % 10,37 %
National-Bank (exklusiv Konto) 7,75 % 12,25 %
Oldenburgische Landesbank (Prmium Konto) 7,92 % 14,12 %
Postbank (extra plus Konto) 8,46 % 12,60 %
Steyler Bank (Ethik-Giro-Konto) 8,00 % 12,00 %
Südwestbank
(Exklusiv Konto)
6,62 % 11,12 %
Targobank
(Komfort Konto)
12,43 % 15,43 %
Quelle: Stiftung Warentest 11/2020, eigene Recherchen

4. Rechnungen nicht pünktlich zahlen

Es ist wichtig, dass Rechnungen immer pünktlich gezahlt werden. Direkt nach dem Prüfen sollten sie angewiesen werden, spätestens jedoch mit ihrem Fälligkeitsdatum. Bei einer Bonitätsprüfung zeigt sich dann, dass der oder die Betreffende den Zahlungsverpflichtungen regelmäßig nachkommt. Dann besteht auch kein Grund für eine negative Bewertung!

5. Zu viele Kredite abgeschlossen

Wer seine Wünsche nicht aufschieben kann, wird bald eine negative SCHUFA Auskunft bekommen. Denn der kleine Ratenkredit hier, der Autokredit dort, dann noch auf Pump in den Urlaub fahren und vielleicht den neuen Fernseher direkt im Geschäft finanzieren: Schnell ist die Grenze zur Überschuldung überschritten. Eine schlechte Bonität ist das Resultat, keine neue Kreditvergabe die weitere Folge.

Checkliste: Meine Bonität verbessern (9 gute Tipps)

Hat sich bei einer Bonitätsprüfung herausgestellt, dass eine schlechte Bonität vorliegt, gilt es, diese zu verbessern. Dabei lässt sich die Kreditwürdigkeit nicht von heute auf morgen verbessern, doch zumindest nach und nach sollte dies möglich sein. Mit der folgenden Checkliste und den neun guten Tipps lässt sich die Bonität verbessern.

Denn der kleine Ratenkredit hier, der Autokredit dort, dann noch auf Pump in den Urlaub fahren und vielleicht den neuen Fernseher direkt im Geschäft finanzieren: Schnell ist die Grenze zur Überschuldung überschritten. Eine schlechte Bonität ist das Resultat, keine neue Kreditvergabe die weitere Folge. ( Foto: Shutterstock-pathdoc)

Denn der kleine Ratenkredit hier, der Autokredit dort, dann noch auf Pump in den Urlaub fahren und vielleicht den neuen Fernseher direkt im Geschäft finanzieren: Schnell ist die Grenze zur Überschuldung überschritten. Eine schlechte Bonität ist das Resultat, keine neue Kreditvergabe die weitere Folge. ( Foto: Shutterstock-pathdoc)

1. Bonität selbst prüfen lassen

Wer einmal im Jahr eine Auskunft bei der SCHUFA einholt, kann die eigene Bonität selbst überprüfen. Teilweise wurden Eintragungen nicht gelöscht oder es sind sogar fehlerhafte Daten vorhanden. Dann muss eine Änderung der Eintragungen beantragt werden, worüber sich die Bonität verbessern lässt.

2. Zuverlässig alle Rechnungen bezahlen

Jeder Verkäufer sieht es gern, wenn seine Rechnungen pünktlich bezahlt werden. Verbraucher sollten unbedingt allen Zahlungsverpflichtungen regelmäßig nachkommen und Rechnungen bestenfalls direkt nach Erhalt bezahlen. Dies wird in puncto Kreditwürdigkeit positiv gesehen! Kommt es hingegen öfter zur Einleitung eines Mahnverfahrens, kann eine schlechte Bonität die Folge sein.

3. Weniger Konten und Kreditkarten besitzen

Normalerweise braucht niemand mehr als ein oder zwei Girokonten. Da diese alle mit einem möglichen Dispo vergeben werden, unterstellen die Banken und damit auch die Auskunftei, dass der Kontoinhaber vielleicht auch vorhaben könnte, seine Konten alle zu überziehen, was wiederum zur Überschuldung führen würde. Es ist daher sinnvoll, nicht mehr Konten als nötig zu führen (davon ausgenommen sind Festgeld- oder Tagesgeldkonten und Depots). Das gilt auch für Kreditkarten: Mehr als eine ist nicht nötig!

Stellt sich bei einer Bonitätsprüfung heraus, dass die Kreditwürdigkeit aufgrund eines oder mehrerer Kredite gelitten hat, ist es sinnvoll, über Umschuldungen nachzudenken. ( Foto: Shutterstock-Elnur)

Stellt sich bei einer Bonitätsprüfung heraus, dass die Kreditwürdigkeit aufgrund eines oder mehrerer Kredite gelitten hat, ist es sinnvoll, über Umschuldungen nachzudenken. ( Foto: Shutterstock-Elnur)

4. Umschuldungen vornehmen

Stellt sich bei einer Bonitätsprüfung heraus, dass die Kreditwürdigkeit aufgrund eines oder mehrerer Kredite gelitten hat, ist es sinnvoll, über Umschuldungen nachzudenken. Diese sind überdies hilfreich, um Zinsen zu sparen und den Überblick über alle Darlehen zu behalten. Wer weniger Kredite zu laufen hat, kann seine Bonität ganz einfach verbessern, denn je weniger Darlehen aktiv sind, desto besser für die Kreditwürdigkeit.

5. Keine voreiligen Kredite aufnehmen

Wichtig: Bloß nicht voreilig einen Kredit aufnehmen! Auch wenn die zinslose Finanzierung lukrativ sein mag, damit wird wieder eine Verbindlichkeit eingegangen. Beim Prüfen aller Verbindlichkeiten zeigt sich nicht selten, dass die eine oder andere nicht nötig gewesen wäre. Daher: Lieber einmal einen Wunsch verschieben, als ständig einen neuen Kredit abzuschließen!

6. Schulden reduzieren als wichtiger Schritt

Wer eine schlechte Bonität verbessern möchte, sollte unbedingt alles daran setzen, die Schulden zu reduzieren. Ein Kredit und noch einer, dann noch der Autokauf über Ratenzahlung: So häufen sich immer mehr Schulden an, die natürlich negativ bewertet werden. Damit wird zudem der Gefahr der Schuldenfalle entgegengewirkt.

7. Einnahmen erhöhen

Beim Prüfen der Ausgaben fällt nicht selten auf, dass viel zu viel Geld ausgegeben wird. Es gilt daher, die Einnahmen zu erhöhen und das nicht nur, um auch weiterhin zahlungsfähig zu bleiben. So lässt sich auch die Bonität verbessern. Ist es nicht möglich, die Einnahmen zu erhöhen, muss das Verhältnis Einnahmen – Ausgaben verbessert werden, was nichts anderes heißt, als dass die Ausgaben gesenkt werden sollten.

8. Auf das Geoscoring achten

Einige Auskunfteien setzen auf das Geoscoring. Dabei haben diejenigen eine schlechte Bonität, die in einem sozialschwachen Viertel wohnen. Die SCHUFA agiert angeblich nicht in dieser Art. Bei der Wahl des künftigen Wohnortes sollte aber dieses Kriterium durchaus zurate gezogen werden.

9. Häufige Bankenwechsel vermeiden

Es ist hilfreich, einer Bank treu zu bleiben oder wenigstens nicht allzu oft die Bank zu wechseln. Die Kreditinstitute und Auskunfteien sehen es lieber, wenn Kunden nicht zu Banknomaden werden. Der Bonitätsscore lässt sich damit verbessern.

Häufig gestellte Fragen zum Thema schlechte Bonität ( Video)

Video: SCHUFA – Wie kommt es zu einem schlechten Score? | die ratgeber

Wieso habe ich eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität kann aus verschiedenen Gründen festgestellt werden. Vielleicht wird der Dispo ständig überzogen, eventuell werden immer wieder Mahnverfahren eingeleitet. Auch zu viele Kredite, die schlimmstenfalls nicht regelmäßig bedient werden, können der Grund für eine schlechte Bonität sein.

Wann bekommt man eine schlechte Bonität?

Eine schlechte Bonität wird bescheinigt, wenn häufig Mahnungen versandt werden müssen, wenn Rechnungen unpünktlich bezahlt oder Kreditraten nicht beglichen werden. Auch das Vorhandensein mehrerer Konten und Kreditkarten kann dazu führen, dass die Kreditwürdigkeit als schlecht eingestuft wird.

Wie kann man die Bonität verbessern?

Werden fehlerhafte und veraltete Einträge gelöscht, kann das die Bonität verbessern. Außerdem sollten eher Anfragen zu Kreditkonditionen und nicht explizit zu einem Kredit erfragt werden. Die Bonität lässt sich durch ein gutes Zahlungsverhalten und durch Umschulden sowie durch die Reduzierung der Anzahl von Konten und Kreditkarten weiter verbessern.

Was bedeutet „Bonität nicht ausreichend“?

Der Vermerk „Bonität nicht ausreichend“ heißt, dass ein Kredit nicht vergeben werden kann, da die Bank Zahlungsausfälle vermutet. Es wird befürchtet, dass der Kreditantragsteller seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Der Antragsteller hat vielleicht zu viele Mahnverfahren offen oder es werden regelmäßig Rechnungen nicht bezahlt.

Was ist eine ausreichende Bonität?

Eine ausreichende Bonität bezieht sich auf die Einschätzung der Bank, dass jemand in der Lage sein wird, die Kreditraten regelmäßig zu begleichen. Rechnungen werden umgehend bezahlt, es sind keine Inkassoverfahren offen, der Betreffende führt nur wenige Girokonten und Kreditkarten. Die ausreichende Bonität ist daher mit der Kreditwürdigkeit und einem hohen Bonitätsscore gleichzusetzen.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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